Beispiele aus der Insektenküche

In Südamerika ist der Palmkäfer (R. palmatus) bei den Yanomami- Indianern eine beliebte Delikatesse. Um ihn zu fangen, werden Palmen gefällt und der Länge nach aufgespalten. Ein Teil des Palmenmarks wird verspeist, der im Baum verbleibende Rest zieht die Käfer an. Nach einigen Monaten finden sich bis zu zwei Kilogramm Larven in dem Stamm. Bei der Ernte werden nach Entfernen der Innereien ein paar der Larven roh verspeist, der Rest wird in Blätter gewickelt über heißer Asche geröstet.

Eine beliebte Würzpaste findet sich im Nordosten Thailands. Dort vermengt man Fischsoße, Knoblauch, Limettensaft und Chilis mit zerstoßenen  Riesenwasserwanzen (Lethocerus indicus). Das spezielle Aroma entsteht durch die Sexuallockstoffe der bis zu acht Zentimeter langen Männchen, welche Hexenole und deren Ester enthalten. Diese sind verantwortlich für den auch bei uns bekannten typischen Wanzengeruch.

Die australischen Aborigines haben eine Vorliebe für Honigameisen (Camponotus inflatus). Innerhalb des Ameisenvolkes werden einige der Insekten von Arbeiterinnen mit Nektar und Honigtau gefüttert, bis ihre Speichermägen prall gefüllt sind und ihre Hinterleiber so groß wie Weintrauben. So dienen sie als Nahrungsreservoir für ihre Mitbewohner oder für die Aborigines, welche sie aus ihren Erdhöhlen graben und die köstlichen Hinterteile wie Süßigkeiten abbeißen.

In Mexiko hat sich sich eine regelrechte Volksküche der Insekten etabliert, die überall als Straßensnack angeboten werden. Weit verbreitet sind beispielsweise Heuschrecken, die gebraten und ohne Beine und Flügel auf Tortillas serviert werden, dazu wird oft ein Guacamole- Dip gereicht.
Die Larven des Schwarzkäfers (Zophobas) werden gebraten und als knuspriges Fingerfood wie Chips gegessen. Eine begehrte und teure Delikatesse sind gebratene Ameiseneier, die Escamoles, auch „Mexikanischer Kaviar“ genannt. Konsumiert werden auch Moskitoeier, Würmer, Raupen oder Blattwanzen, welche nach Menthol und Zimt schmecken und roh verspeist werden.

In China und anderen asiatischen Ländern finden sich an vielen Straßenständen Skorpione, Kakerlaken und Wanzen am Spieß oder in gegrillter Form, in Kambodscha sind frittierte Vogelspinnen eine beliebte Spezialität.

Im südlichen Afrika sind die Mopanewürmer, die Raupen der Kaisermotten (Gonimbrasia belina), als eiweißreicher Snack sehr verbreitet, sie werden roh gegessen oder zur Konservierung getrocknet. Ebenfalls sehr beliebt in Afrika sind die nahrhaften Termiten. 100 Gramm enthalten 610 Kilokalorien, 38 Gramm Eiweiß und 46 Gramm Fett. Zudem sind sie in Massen vorhanden und leicht zu fangen.

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