Ethische Aspekte

Natürlich spielen auch ethische Überlegungen eine wichtige Rolle bei der Gestaltung unserer Ernährungsweise.
Die diesbezüglichen Defizite in unserem Umgang mit Tieren, welche mit der konventionellen Industriellen Fleischproduktion einhergehen, sind hinlänglich bekannt und sollen hier nicht näher beleuchtet werden.
Jedoch zeigen sich auch in diesem Zusammenhang deutliche Vorteile bei der Entomophagie. So besitzen Insekten nach derzeitigem Kenntnisstand kein
Schmerzempfinden im herkömmlichen Sinne, da sie keine Schmerzrezeptoren (Nozizeptoren) besitzen. Diese freien Nervenendungen sind als sensorische Rezeptoren und Impulsquelle für die Schmerzsignale im Nervensystem verantwortlich.
Insekten sind demnach nicht in der Lage Schmerzen zu empfinden, wie es bei Menschen und Säugetieren der Fall ist. Die ethische und moralische Problematik des Tierleides als Folge unserer Ernährungsweise könnte also deutlich reduziert werden.

Auch die im Text bereits angesprochenen klimatischen und ökologischen Aspekte der globalen Fleischproduktion spielen im ethischen Kontext natürlich eine wichtige Rolle.

Mit dem Anstieg der Weltbevölkerung von aktuell rund 7 Milliarden Menschen auf rund 9 Milliarden im Jahre 2050 wächst auch der Bedarf an Agrarprodukten und Fleisch, laut Schätzungen der Welternährungsorganisation FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) rechnet man mit einem Anstieg des Bedarfs an Agrarprodukten um 70 Prozent und einer Verdopplung des Fleischbedarfs auf 500 Millionen Tonnen bis zum Jahr 2050. Die ökologischen Folgen sind bekannt, wie das Beispiel der Fleischproduktion bereits zeigt.
Angesichts von heute schon geschätzten 850 Millionen hungernden Menschen ist fraglich, ob mit den vorhandenen Nahrungsmitteln eine zukünftige Ernährung aller Menschen möglich ist. Mit Hinblick auf eine gesicherte Nahrungsversorgung in der Zukunft ist ein Umdenken in unserer Ernährungsstrategie also dringend erforderlich.

Schon heute verschlingt allein der Anbau von Futtermitteln zur Tiermast beträchtliche Mengen von Ackerland. Die Nahrungsmittelproduktion stößt bereits jetzt oftmals an ihre Grenzen. Durch Börsenspekulation werden zudem Nahrungsmittel künstlich verteuert, was die Hungersnot von Millionen Menschen zusätzlich verschärft.
Aus ethischer Sicht sind unsere gegenwärtigen Ernährungsgewohnheiten mitsamt ihrer Folgen für Mensch und Ökosystem also nicht haltbar und in hohem Maße unverantwortlich gegenüber zukünftigen Generationen. Auch die Vereinten Nationen sehen eine dringende Notwenigkeit, das jetzige Niveau des Fleischkonsums deutlich zu senken.

Einen Ausweg aus der sich anbahnenden Ernährungskrise könnte die Entomophagie bieten, welche in vieler Hinsicht eine ethisch vertretbare Alternative zur gegenwärtigen Ernährung darstellt. Sie ist nachhaltig, umweltfreundlich, ressourcenschonend und benötigt nur einen Bruchteil der Agrarflächen im Vergleich zur Viehzucht.
Zudem besitzt sie ein großes Ernährungspotential und könnte einen wichtigen Beitrag zur Deckung des Nahrungsmittelbedarfes künftiger Generationen leisten.

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