Kulturelle Hintergründe

Zwei Milliarden Menschen – knapp ein Drittel der Weltbevölkerung – essen Insekten. In vielen Ländern ist ihr Verzehr nicht ungewöhnlich und viele Arten gelten dort als Delikatesse.

Derzeit sind rund 2000 essbare Insektenarten bekannt. Die am häufigsten konsumierte Gattung sind Käfer mit rund 30%, gefolgt von Schmetterlingen mit ca.18% und Hautflüglern (Bienen, Wespen, Hummeln) mit ca.14%. Weitere Arten sind Heuschrecken (13%), Termiten (3%) und Zweiflügler, wie Fliegen und
Mücken (2%).

Eine lange Tradition haben Insekten als Nahrungsmittel vor allem in Asien, Afrika sowie Latein- und Südamerika. Hier sind die meisten Arten der als Nahrung geeigneten Insekten beheimatet, und gelten nicht nur aus Kostengründen als willkommene Alternative zu Fleisch oder Fisch.
Besonders in armen Regionen und Schwellenländern sind Insekten seit jeher ein wichtiger Nährstofflieferant, der zahlreich vorhanden, günstig und schmackhaft ist.
Auch in Deutschland wurden noch bis zur Mitte des 20.Jahrhunderts Insekten gegessen. Eine verbreitete Spezialität war die Maikäfersuppe, welche sich vor allem bei der ärmeren Bevölkerung und unter Studenten großer Beliebtheit erfreute.

Heute ist im europäischen Kulturkreis und in Nordamerika der Verzehr von Insekten nicht mehr üblich, verantwortlich hierfür sind wohl meist Nahrungstabus als Folge von soziokulturell erlernten Regeln, welche den Verzehr von Insekten nicht vorsehen und oftmals mit Ekel verbinden. Dies irritiert insofern, als dass sich im Gegensatz zu Insekten Schalentiere wie Hummer, Garnelen und Krebse großer Beliebtheit erfreuen und als Delikatesse gelten, rein optisch aber eine gewisse Ähnlichkeit mit Insekten aufweisen.

Allerdings zeigen sich auch hierzulande mittlerweile positive Tendenzen, was die allgemeine Akzeptanz von Insekten als Nahrungsmittel betrifft. So finden sich in immer mehr Restaurants Insekten wie Heuschrecken oder Mehlwürmer auf der Speisekarte, was neben der außergewöhnlichen kulinarischen Erfahrung sicherlich auch auf deren gesundheitsfördernde Eigenschaften und ethische Vorteile zurückzuführen ist. Insgesamt aber ist in den westlichen Industrienationen die Insektenküche im gastronomischen Bereich wie auch im Alltag natürlich noch eine Randerscheinung.

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