Ökologische und Ökonomische Vorteile gegenüber dem Fleischkonsum

Vergleicht man die ökologische Bilanz der beiden Eiweißlieferanten Fleisch und Insekten, zeigt sich ein klares Bild. Insbesondere die Rindfleischherstellung „glänzt“ hierbei mit einer beispiellosen Ineffizienz, was die energetische Verwertung der zur Fleischproduktion benötigten Ressourcen betrifft.

Futterverwertung

Ein Rind benötigt zum Aufbau von 1 kg Körpermasse 8 kg Futtermittel. Ein Bauer mit 100 Rindern mit einem Durchschnittsgewicht von 650 kg pro Tier, also 65.000 kg bzw. 65 t pro 100 Tiere, benötigt somit eine Gesamtfuttermenge von 520 Tonnen. Insekten hingegen haben eine Futterverwertung von 2:1, sie benötigen also nur 2 kg Futter zum Aufbau von 1 kg Körpermasse.
Bei der Produktion von 65 Tonnen Insekten benötigt man also lediglich eine Futtermenge von 130 Tonnen. Folglich ergibt dies eine Einsparung von 390 Tonnen gegenüber der in der Rinderzucht benötigten Futtermenge.
Hierbei ist der höhere Prozentsatz der als Nahrungsmittel verwertbaren Masse bei Insekten noch nicht eingerechnet.

So beträgt der essbare Anteil von Insekten 80%, bei Rindern hingegen nur rund 40%. Hochgerechnet auf 65 Tonnen bliebe bei der Rinderzucht nur ein essbarer Anteil von 26 Tonnen übrig. Bei Insekten betrüge der verbleibende zum Verzehr geeignete Anteil dagegen 52 Tonnen.

Wasserverbrauch

Viehzuchtfarmen benötigen große Teile der zur Verfügung stehenden Agrarflächen. Schon jetzt werden ca. 70 Prozent der knappen Frischwasserressourcen für die Landwirtschaft genutzt.
Der Wasserverbrauch für die Zucht und Produktion von einem Kilogramm Schweinefleisch beträgt rund 5000 Liter, mit 15.500 Liter pro Kilogramm Rindfleisch liegt der Verbrauch noch einmal deutlich höher. Die Gesamtwassermenge für ein einziges Rind beträgt demnach durchschnittlich 10,075 Millionen Liter. Dieser hohe Wasserverbrauch macht eine Rinderzucht in trockenen Regionen nahezu unmöglich, da die erforderlichen Wassermengen nicht zur Verfügung stehen.
Bei der Zucht von Insekten hingegen spielt der Wasserverbrauch nur eine untergeordnete Rolle. Zur Insektenzucht genügt hier lediglich 1 Liter Wasser pro 1 Kg Insektenmasse, auch weil Insekten einen Großteil ihrer benötigten Flüssigkeit bereits aus der Nahrung beziehen.
Die Verwertungsbilanz ist bei der Insektenproduktion also nahezu optimal. Außerdem sind die meisten Insektenarten gegenüber Trockenheit und Hitze unempfindlich, wodurch sie auch für die Zucht in trockenen Regionen ideal geeignet sind.

Klimabilanz

Zur Herstellung der für die Viehzucht benötigten enormen Futtermengen reichen die hiesigen Anbauflächen nicht aus, deshalb werden als billiges und eiweißreiches Mastmittel Sojabohnen importiert, welche auf gigantischen Plantagen in Südamerika angebaut werden.

Jahrtausende alte Tropenwälder werden gefällt, um dem immer größeren Bedarf an Anbauflächen und Weidegründen gerecht zu werden. Der Artenreichtum der Urwälder weicht somit den Monokulturen der Sojapflanzen.
Das bei der Brandrodung in großen Mengen freigesetzte Kohlendioxid gelangt ungehindert in die Atmosphäre, da es nicht mehr durch die Tropenwälder gebunden wird.
Die Soja- Monokulturen sind nur unzureichend in der Lage Kohlendioxid zu binden, wodurch sich die Klimabilanz der Fleischherstellung weiter verschlechtert.
Die weltweit steigende Fleischnachfrage treibt auch den Sojabedarf in die Höhe.
Brasilien beispielsweise hat in den Jahren zwischen 2002 und 2012 die Sojaproduktion von jährlich 43 Millionen auf 66 Millionen Tonnen gesteigert. In diesem Zeitraum wurden 156.000 Quadratkilometer brasilianischer Regenwald abgeholzt.

Die Zucht von Insekten ist diesbezüglich deutlich umweltschonender, benötigt weitaus weniger Fläche und Energie und ist äußerst nachhaltig was den Ressourcenverbrauch angeht. Auch die Menge der von Insekten emittierten Treibhausgase ist um ein Vielfaches geringer als in der konventionellen Viehzucht.

Beispielsweise wird während der Produktion von einem Kilogramm Geflügel eine Menge von 1,1 kg CO2 freigesetzt, bei einem Kilogramm Schweinefleisch 3,8 kg CO2 und bei einem Kilogramm Rindfleisch schon ganze 14,8 kg CO2.
Bei der Insektenzucht hingegen entsteht 100 mal weniger CO2 als bei der Rinderzucht. Pro Kilogramm Körpergewicht also nur ca. 0,148 Kg CO2. Rechnet man diese Zahlen auf ein Gesamtgewicht von 65 Tonnen Rindfleisch hoch, ergibt dies ein Volumen von 92,2 Tonnen CO2. Dieselbe Menge Insekten verursacht im Vergleich dazu lediglich 9,6 Tonnen CO2. Dies ergibt eine Ersparnis von 82,6 Tonnen, welche dem CO2 -Ausstoß von 31 Mittelklasse Autos mit der Effizienzklasse D in einem Jahr entspricht.

Zudem erzeugen Rinder als Folge ihrer Verdauung enorme Mengen des hoch wirksamen Treibhausgases Methan, welches erheblich zur globalen Erderwärmung beiträgt.
In einem Zeitraum von 100 Jahren ist das Treibhauspotential von 1 Kilogramm Methan 28 mal höher als das von 1 Kilogramm Kohlenstoffdioxid. Berücksichtigt man Wechselwirkungen mit anderen Atmosphärischen Aerosolen, erhöht sich der Faktor sogar auf das 33- fache.
Ein Rind produziert an einem einzigen Tag durchschnittlich 235 Liter Methangas. Der gesamte Methan-Ausstoß aller 4.19 Millionen weltweit geschätzten Rinder beträgt demzufolge 9,846 Millionen Kubikmeter täglich. Bei der Zucht von Insekten könnte diese Zahl auf einen Bruchteil reduziert werden.

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